In den Pfingstferien ging es unter der Leitung vom Wildwasserwart Mario Tollmann für ein paar Tage nach Österreich.
Standquartier war ein für Paddler genial ausgestatteter Campingplatz in Prutz, sogar mit einem extra Trockenraum für die nassen Neoprenanzüge.

Einziger Nachteil: der Supermarkt liegt genau auf der anderen Flussseite und die nächste Brücke war für Kanuten zu weit zum Laufen. Doch Max Schwärzli nutzte kurzerhand sein Testboot von der Firma Eskimo zum Einkaufen und voll gepackt kam das Wildwasserkajak wieder beim Zeltplatz an.

Noch am Tag der Anreise ging es auf den Nebenfluss Sanna, die bei Landeck in den Inn mündet. Zum Einpaddeln bot dieser Fluss mit seinen zwei bis drei Meter hohen Wellen einen guten Spaßfaktor.

Im Jahre 2002 hat der Österreichische Raftingverband die Sanna mit einigen Stangen Dynamit in neue Bahnen gelenkt. Es blieben doch noch einige WW III Abschnitte, die mit den vollbesetzten Raftingbooten um ihre Aufmerksamkeit buhlten. Wenn das Wasser nicht so kalt gewesen wäre, käme so mancher Kanute ins Schwitzen! Tags darauf war paddeln auf dem Inn zwischen Imst und Haiming angesagt.

Dies ist ebenfalls eine beliebte Raftingstrecke und dementsprechend ging es wie auf der Autobahn zu. Nachmittags wurde mit großem Respekt die berühmt-berüchtigte Wellerbrücke begutachtet. Durch seine immensen Verblockungen ist hier die Ötztaler Ache mit Wildwassergrad VI eingestuft, was das Ende der Skala bedeutet. Anfang Oktober findet hier zum dritten Male die Sickline WM statt. Die besten Slalomfahrer des Kajaksports treffen auf die weltbesten Extrempaddler.

Doch diesmal beschränkten sich die Marbacher Wildwasserfraktion auf die Befahrung weit unterhalb der Brücke bis zur Ortschaft Haiming mit einem Schwierigkeitsgrad von nur WW III bis IV.

Am Sonntag wurden die Boote auf das Autodach verladen und die komplette Mannschaft mit Sarah Karsch, Mario Tollmann, Lewin Schubert, Max Schwärzli und Max Weckerle reiste für ein paar Stunden in das Engadin. Nahe des Malojapass entspringt in 2.484 Meter Höhe der Inn. Hier liegt auch der wichtigste Wasserscheidepunkt Europas, die eine Richtung weißt zur Nordsee, die andere fließt nach tausenden von Kilometern ins Schwarze Meer. Nachdem der Inn in Kaskaden den Malojapass hinabgestürzt ist, bietet er anschließend alles, was die Herzen von fortgeschrittenen und anspruchsvollen Wildwasserpaddlern höher schlagen lässt. Tiefe einsame Schluchten, sportlich spritziges Wildwasser mit vielen Herausforderungen. So erwies sich auch die Giarsun-Schlucht von Susch bis Ardez im Bereich von WW IV mit ordentlichen Verblockungen und nicht ganz ungefährlichem Baumverhau.

Mario Tollmann übernahm mit viel Umsicht die Führung. Stellenweise diente ein Kehrwasser zum Kräftesammeln, bevor es in einer Linie weiterging. Für diese 12 Kilometer wurden drei Stunden benötigt. Vorrausetzung für die Befahrung solcher Flüsse ist das absolute Beherrschen der Kenterrolle, da ein Aussteigen mancherorts nicht möglich ist.

Wieder zurück in Tirol, gab es am Nachmittag noch eine kleine Tour zum Entspannen von der Ortschaft Tösens bis Campingplatz Prutz auf dem nun sanfteren Inn.

Zum Abschluss gab es am Montag noch eine 11 Kilometerstrecke auf der Ötztaler Ache, bevor die Zelte abgebaut und das Auto für die Heimfahrt geladen wurde. Dank dem langen und schneereichen Winter gibt es in dieser Saison genügend Wasser auf den Flüssen, aber auch mehr Hindernisse und Schwierigkeitsgrade. Deshalb ist manche Begehung eines Flusses empfehlenswert und ohne Sicherheitsausrüstung sollte ein umsichtiger Paddler nicht in sein Kajak steigen. In Beachtung dieser Regeln hatten die Jungs vom Kanuclub Marbach eine Menge Spaß und planen sicherlich schon den nächsten Ausflug.