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wildalpen 10.05.2008 - 17.05.2008

photos vom sechsten tag gibts hier

teil 7- der sechste tag - salza, laussa

 

Der Morgen startete mit dem Vorhaben heute mal früher aus dem Schlafsack zu kriechen und auf den Bach zu kommen. Das in den letzten Tage nun im Rafting EM Zelt am Abend Halli Galli angesagt war vereinfachte die Situation nicht unbedingt. Aber tatsächlich schon früher als sonst hörte man das surren von Reißverschlüssen und noch etwas verschlafene Gesichter schauten durch die Zeltschlitze um einen ersten Eindruck der morgendlichen Lage zu erhaschen. Man darf als Erklärung der letzten Tage vielleicht noch erwähnen das die Sonne, welche ja bekanntlich alles zum Leben erweckt, unseren Zeltplatz doch relativ spät am Morgen aufsuchte und immerhin waren wir ja im Urlaub und nicht auf der Flucht.


Nach der allmorgendlichen Prozedur mit Frühstück, Zähne putzen und waschen stand eine motivierte Gruppe Paddler bereit die letzte Abfahrt des Urlaubs in Angriff zu nehmen.


Schon gleich nach wenigen Metern wurde der erste Zwischenstopp gemacht. Mario und Lewin konnten dem Charme der unteren Campingplatzwalze nicht widerstehen und stürzten sich immer wieder zwischen die vorbeifahrenden Gummibusse. Nach einigen Loops, Cartwheels und einer erheiterten Meute von Rafting Zuschauern welche am Rand standen ging es weiter den Fluss hinab.


So schaukelte die Gruppe die Schwälle und über Wellen hinuter, durch Stromschnellen hindurch, mal von Kehrwasser zur Kehrwasser und über Walzen hinweg. Stellen die in den ersten Tagen bei den Greenhorns noch für volle Hosen sorgten wurden nun spielerisch durchfahren. Ja es hatte sich was getan in der Woche und jeder der ein Stückchen Bootsgefühl über die Winterpause verloren hatte saß nun wieder sattelfest im Kajak und lechzte nach der nächsten wilderen Stelle. Aus der anfänglich "Tortour" ist eine richtige Genußtour geworden die bei allen für viel Spaß sorgte.


Nachdem sich ein paar der Gruppe äußerten das der Anspruch an diesen Bach in den letzten Tagen etwas verloren ging wurden die Greenhorns nach vorne geschickt um die Routen an den relativ anspruchsvolleren Stellen wie zum Beispiel dem Lawinenschwall vorzufahren. Und tatsächlich ein kleiner Kick war dann doch wieder vorhanden.


Ein letztes mal wurde an der Kiesbank der Lassingmündung neben dem Fachwerk angelandet um ein bisschen zu verschnaufen, ein kleines Sonnenbad zu nehmen oder ein paar flache Steinchen über die Wasseroberfläche springen zu lassen. Irgendwie hatte man das Gefühl man versuchte noch ein bisschen das Ende dieser Fahrt herauszuzögern.


Ein paar Schwälle weiter begannen wir uns zu einem schwimmenden Gruppenkajak zu formieren. Seite an Seite hielten wir die Kajaks zusammen und ließen und den Bach hinunter treiben. Die beiden Äusseren versuchten einhändig das schwimmende Gebilde wenigstens ein bißchen zu manövrieren und so ging es durch einige erheiternde Katarakte.


Plötzlich wurde der Fluss nochmal enger, das Wasser schneller und wilder. Jeder wusste das wir nun in den letzten wilden Abschnitt vor dem Ausstieg eingefahren sind und eine schöne Woche zu Ende gehen wird. Jeder genoss die letzten Wellen, die letzte Kehrwasser Ein und Ausfahrten bevor wir dann doch alle mit einem zufriedenen Lächeln wieder in Formation den Ausstieg erreichten. Hier erwarteten uns schon unsere Shuttlebunnies mit einem Überraschungsgast. Oberhalb der Ausstiegstreppe wurden wir von einem treublickenden, schwarzen Hund begrüßt welcher unseren Bunnies nachgelaufen war. Natürlich wurde er ins Abschlussfoto hineingenommen und durfte am Schluss sogar einen Paddelhelm probetragen. Den lieben Kerl hätte jeder gern mitgenommen, er begleitete uns zu den Autos und machte sich dann wieder auf den Heimweg.


Ein letztes Mal schaute jeder die Salze hinauf und in jedem machte sich ein Stück Melancholie breit. Und mit Sicherheit hätte in diesem Moment jeder Pink Panther zitiert und gesagt "Heut ist nicht alle Tage, ich komme wieder keine Frage!".


Aber der Tag war noch lange nicht vorbei denn der Laussa Fall hatte Interesse geweckt. Nach einigem suchen fanden wir den ca. 6-7m hohen Wasserfall vor dessen kurzer Anfahrt das Wasser eine fast unfahrbare Klamm hinuntersauste. Nach dem ersten Scouting hatte Mario Blut geleckt und war entschlossen sich hinunterzustürzen. Bei der Diskussion um die Sicherung stellten wir ärgerlich fest das nur einer der fünf vorhanden Wurfsäcke vor Ort waren. Da "Safety first" oberste Priorität hat mussten wir wohl oder übel nochmal zurück um das notwendige Material heranzuschaffen.


Dann ging es endlich los. Zuerst wurde Max auf das Plateau nebem dem Wasserfall abgeseilt, Lewin postierte sich nach dem Wasserfall im angeseilten Kajak und der Rest verteilte sich mit Wurfsäcken bewaffnet rund um den Wasserfall. Dies führte dazu das Mario nicht eine mangelnde Sicherung befürchtet sondern von Wurfsäcken erschlagen zu werden. Er schaute ein letztes Mal von der Strasse nach unten und malte sich seine Route aus bevor er sich auf einem kleinen Felsvorsprung nach der Klamm bereit machte.


Nach einer kurzen mentalen Vorbereitung ging alles sehr schnell.
Felsstart in die Anfahrt, Gas geben, sauberer Boofschlag nach links und das Kajak schoss mit dem Wasser der Laussa über die Kante hinunter. Saubere Landung, nach links weggekommen -- perfekt! Ein Aufschrei der Erleichterung und der Freude machte sich in allen breit. Auch wenn der Laussafall nicht der Rheinfall ist so war das für unsere Gruppe ein Erlebnis. Die Strasse hinunter kam uns Mario schon wieder mit dem Boot auf der Schulter entgegen "Second run, double fun!". Alles klar wir sind ja nicht zum Spaß hier! Zack rein in die Anfahrt, über die Kante, platsch, saubere Ausfahrt und jeder freute sich.


Nun ging es wieder zurück zum Campingplatz um den Gaskocher für das letzte aber verdiente Abendessen anzuwerfen. Der Abend klang dann für Einige gemütlich am Zelt und für Andere mit Action im Partyzelt aus. So stelle ich mir einen perfekten Tag vor.


autor: benji


nächster teil folgt in kürze
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